Veröffentlichung mit
freundlicher Genehmigung des Verlages Neuer Merkur / München.
[Den Originalbericht finden
Sie in der Zeitschrift dental labor 9 / 2003]
Die Belichtungsmessung mit der Graukarte
Vorwort
Obwohl wir heute mit den modernsten Kameras samt den ausgefeiltesten Belichtungsmeßmethoden (Mittenbetonte Integralmessung, Mehrfeldmessung, Spotmessung, TTL-Blitzmessung, etc.) arbeiten, ist die Belichtungsmessung ein aktuelles Thema. Der Grund ist der, daß wir trotz aller Automatiken, immer wieder Mißerfolge erhalten. Die Digitalfotografie spielt hier den Vorteil aus, daß wir ein falsch belichtetes Bild sofort überprüfen und gegebenenfalls wiederholen können. Aber im Sinne einer gleichbleibenden hohen Qualität macht es keinen Sinn, schlechte Ergebnisse zu korrigieren, sondern schlechte Ergebnisse bereits im Vorfeld auszuschließen. Bei jeder Belichtungsautomatik handelt es sich um eine „Automatik“. Eine Automatik geht von Standartsituationen aus und erfüllt unter diesen Bedingungen ihre Aufgabe bravourös. Außerhalb der Norm stößt aber die Automatik an Ihre Grenzen und es muß manuell eingegriffen werden. Einige von uns kennen das entspannte Dahingleiten eines Autos mit Automatikgetriebe. Unter Normalbedingungen funktioniert diese Automatik auch hervorragend. Allerdings müssen wir an der ersten steilen Bergabstrecke manuell in die Automatik eingreifen. Damit wir die Motorbremse ausnützen können, wechseln wir von der normalen Fahrstufe in die Position 2 (evtl. Position 1). Die Analogie zur Fotografie ist die, daß jeder Belichtungsmesser von einem Normobjekt ausgeht. Ein Normobjekt remittiert 18% von dem Licht, mit welchem es angestrahlt wird. Ein „durchschnittliches Motiv“ (Menschen, Landschaften, Gebäude, etc.) erfüllt diese Voraussetzung. Aber sobald sich die Parameter ändern (starke Hell-Dunkel Kontraste, Gegenlichtaufnahmen, Schnee, Schatten, etc.) wird unsere Automatik „überlistet“ und verfälscht die Messung.
Einleitung
Die Dentalfotografie beschert
uns häufig diese schwierigen Belichtungssituationen. Wir haben den
Kontrast einer „lichtschluckenden“ Mundhöhle zu hellen Zähnen
oder wir wollen eine gelungene Keramikbrücke zur Steigerung der Brillanz
auf einem schwarzen Samt fotografieren. Hier ist jede automatische Belichtungsautomatik
überfordert und liefert unbefriedigende Ergebnisse.
Die erste Möglichkeit,
dies zu umgehen, ist die „direkte“ Lichtmessung mit einem externen Belichtungsmesser.
Hier stoßen wir aber auf 2 Schwierigkeiten. Die meisten von uns haben
keinen externen Belichtungsmesser und wir benötigen die genaue Kenntnis
des Verlängerungsfaktors unserer in der Dentalfotografie häufig
verwendeten Makroeinstellung. Deshalb möchte ich auf die Erklärung
dieser für die Dentalfotografie relativ komplizierten Methode verzichten.
Die elegantere, zweite Möglichkeit
der „indirekten“ Lichtmessung mit der Graukarte (Abb.1) ist jedoch genauso
einfach wie genial und liefert absolut professionelle Ergebnisse. Ein weiterer
Vorteil ist der, daß wir mit unserem gewohntem Kamerasystem (Anm.:
einzigste Voraussetzung ist die Möglichkeit der manuellen Einstellung
von Zeit und Blende in der manuellen Nachführmessung) arbeiten können
und wir uns als notwendiges Zubehör ausschließlich eine Graukarte
für ca. 10,- bis 14,- Euro zulegen müssen. Als weiterer großer
Vorteil wird der Verlängerungsfaktor, den wir durch den hohen Abbildungsmaßstab
erhalten, automatisch berücksichtigt.
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Abb.1) Die Graukarte erlaubt eine professionelle Belichtungsmessung auf einfachste Art und Weise |
Gedankenmodell
Wie wir inzwischen gelernt haben, geht der Belichtungsmesser unserer Kamera davon aus, daß unser fotografiertes Objekt ein Remissionsvermögen von 18% aufweist, d.h. dieses Normobjekt remittiert 18% des Lichts, mit welchem es angestrahlt wird. Ein helles Objekt (z.B. die Zähne) remittiert mehr Licht, ein dunkles Objekt (z.B. die schwarze Samtunterlage) remittiert weniger Licht. Da der Belichtungsmesser nicht weiß, welches Objekt er gerade erfaßt hat, versucht natürlich die Automatik bei dem richtigerweise hellen Objekt (Anm.: In den Augen des Belichtungsmessers ein vermeintlich zu helles Normobjekt) eine Minuskorrektur und bei dem richtigerweise dunklen Objekt (Anm.: In den Augen des Belichtungsmessers ein vermeintlich zu dunkles Normobjekt) eine Pluskorrektur durchzuführen. Bei Kombination von einem kleinen hellen (bzw. dunklen) Objekt auf einem großflächigen dunklen (bzw. hellen) Hintergrund verstärkt sich diese Fehlmessung enorm.
Die folgende Tabelle zeigt
uns die Auswirkungen nochmals in übersichtlicher Form:
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bzw. Graukarte |
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(z.B.: Zähne) |
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(z.B.: 30%) |
(dunkelt ab) |
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(z.B.: schwarzer Samt) |
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(z.B.: 9%) |
(hellt auf) |
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Tab.1) Fehlinterpretation der Belichtungsautomatik bei besonders hellen oder dunklen Objekten
Wie wir diese Fehlmessung kompensieren können, soll anhand der folgenden Anleitung erörtert werden. Es setzt die Kamerabedienung im manuellen Mode bzw. der manuellen Nachführmessung (siehe Bericht im dental labor 8 / 2003) allerdings voraus.
Anleitung:
„Indirekte“ Lichtmessung mit der Graukarte
Erforderliche Kamera samt Zubehör:
Wir wollen ein zahntechnisches Produktfoto erstellen. Gearbeitet wird mit Dauerlicht und Stativ. Der Raum wird abgedunkelt (Raumlicht aus, bzw. deutlich zurückgedimmt und Rolladen bzw. Jalousien geschlossen), damit von draußen kein wechselndes Fremdlicht eindringen kann und wir keine Mischlichtsituation erhalten. Der Hintergrund wird ausgebreitet, das zu fotografierende Objekt wird arrangiert und die Lampen werden ausgerichtet. Jetzt führen wir einen Weißabgleich durch (siehe Bericht im dental labor 5 / 2003). An der Kamera wird der manuelle Mode (manuelle Nachführmessung) aktiviert. Wir wählen den gewünschten Bildausschnitt sowie eine ansprechende Perspektive und stellen die Schärfe ein. Wenn wir alles ausgerichtet haben (Perspektive, Abbildungsmaßstab, Lampen, Schärfe, etc.) dürfen wir an dieser Einstellung nichts mehr ändern. Jetzt kommt der wichtige Teil der Belichtungsmessung. Anstelle des Objektes plazieren wir unsere Graukarte. Dadurch mißt unsere Belichtungsmessung richtigerweise ein Normobjekt mit 18% Remissionsvermögen. Damit wir eine ausreichende Schärfentiefe bekommen, stellen wir eine möglichst kleine Blende (große Blendenzahl) ein. Jetzt stellen wir die dazu notwendige Belichtungszeit manuell so ein, bis die „Lichtwaage“ unserer manuellen Nachführmessung der Kamera eine korrekte Belichtung anzeigt. Dadurch haben wir eine korrekte Belichtung unabhängig von der Eigenhelligkeit der späteren Fotoobjekte eingestellt, die wir nicht mehr verändern dürfen. Die Graukarte wird entfernt und an deren Stelle wird wieder unser Fotoobjekt ausgerichtet. Wegen der Verwacklungsgefahr arbeiten wir mit einem Auslösekabel oder dem Selbstauslöser. Die Fotografie wird erstellt. Wir erhalten eine einwandfreie Belichtung. Der Vorteil der Methode ist der, daß wir jetzt die Hintergründe und die Fotoobjekte unabhängig von Ihrer Eigenhelligkeit austauschen können, ohne auf eine korrekte Belichtung verzichten zu müssen.
Beispiel:
Die Beispielbilder veranschaulichen
die Situation eindrucksvoll. Wir richten unser Fotoobjekt auf einem grauen
Hintergrund (Abb.2) aus und wählen eine Blende vor. Die Zeitautomatik
ermittelt die dazu notwendige (richtige) Belichtungszeit, und wir erhalten
ein korrekt belichtetes Bild. In Abb.3) verwenden wir einen weißen
Hintergrund, lassen aber die Zeitautomatik fälschlicherweise eingestellt.
Der Belichtungsmesser wird von dem weißen Hintergrund getäuscht
und glaubt, daß das Bild überbelichtet wird. Die Zeitautomatik
versucht zu kompensieren, und das Bild wird unterbelichtet. In Abb.4) verwenden
wir einen schwarzenen Hintergrund und lassen die Zeitautomatik ebenfalls
eingestellt. Der Belichtungsmesser wird von dem schwarzen Hintergrund wiederum
getäuscht und glaubt, daß das Bild unterbelichtet wird. Die
Zeitautomatik versucht zu kompensieren, und das Bild wird überbelichtet.
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Auf Abb.5) stellen wir die
Belichtungsmessung auf die manuelle Nachführmessung um. Wir messen
als Referenz die Graukarte an und regeln die Blenden- und die Zeiteinstellung
manuell so nach, bis unsere „Lichtwaage“ eine korrekte Belichtungseinstellung
vorgibt.
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Abb.5) Bei der eigentlichen Belichtungseinstellung messen wir ausschließlich die Graukarte an. Die ermittelten Werte bleiben jetzt fest eingestellt |
Diese Zeit-Blendenkombination
lassen wir jetzt bei den folgenden 3 Aufnahmen fest eingestellt. Abb.6)
zeigt die korrekte Belichtung unseres Fotoobjekts auf grauem Hintergrund.
Wir tauschen in Abb.7) den grauen Hintergrund gegen einen weißen
Hintergrund und in Abb.8) gegen einen schwarzen Hintergrund aus. In beiden
Fällen (Abb.7 und Abb.8) erhalten wir dank fest eingestellter Blende
und Zeit ein jeweils korrekt belichtetes Foto, obwohl unsere „Lichtwaage“
dies nicht vermuten läßt.
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Die folgende Tabelle zeigt
uns nochmals alles auf einen Blick:
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Tab.2) Die Auswirkungen von falscher und richtiger Belichtungsmessung
Praktische Anwendung
So. Wenn wir nun mit Hilfe
unserer Graukarte die Belichtungsmessung durchgeführt und die Werte
an unserem Kamerasystem fest eingestellt haben, können wir mit dem
Fotografieren beginnen. Die Eigenhelligkeit von Objekt und Hintergrund
spielt jetzt keine Rolle mehr. So gelingen korrekt belichtete Aufnahmen
wie es Abb.9) und Abb.10) zeigt. Wichtig ist, daß wir die Position
der Lampen nicht mehr ändern, da sich dadurch auch die Belichtungswerte
ändern können. Müssen wir die Position der Lampen trotzdem
ändern, um z.B. Spiegelungen oder Abschattungen zu variieren, führen
wir die Belichtungsmessung einfach nochmals schnell durch. Ebenfalls ändern
sich die Belichtungswerte, wenn wir den Abbildungsmaßstab ändern.
Auch hier gilt: Wenn wir z.B. den Abbildungsmaßstab bei einer weiteren
Aufnahme erhöhen um z.B. eine Detailaufnahme zu erstellen, müssen
wir selbstverständlich die Belichtungswerte dem vergrößerten
Verlängerungsfaktor anpassen.
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Wichtiger Hinweis:
Probieren Sie die indirekte Belichtungsmessung mit der Graukarte unbedingt aus. Wenn Ihre Ergebnisse OK sind, brauchen Sie hier nicht mehr weiterzulesen. Wenn Sie trotzdem nicht vollständig zufrieden sind, lesen Sie bitte die nachfolgenden Zeilen. Jedes Meßsystem muß theoretisch in regelmäßigen Abständen kalibriert werden. Sie kennen das vielleicht von Ihrem Keramikofen, der nach mehreren Jahren klaglosem Dienst plötzlich Fehlbrände produziert. Der herbeigerufene Servicetechniker stellt fest, daß z.B. das Thermoelement defekt ist und trotz korrekter Temperaturanzeige mit zu hoher bzw. zu niedriger Ofentemperatur gebrannt wird. Das gleiche Symptom kann an Ihrer Kamera auftreten. Wann haben Sie zuletzt das Belichtungsmeßsystem Ihrer Kamera kalibrieren lassen? So kann z.B. durch Alterung ein Belichtungsmeßsystem eine tendenzielle Über- oder Unterbelichtung aufweisen. Oder aber der Sensor des Meßsystems reagiert unterschiedlich auf die verwendeten Lichtarten (Tageslicht, Halogenlicht, Leuchtstofflampenlicht, etc.). Scheuen Sie sich also nicht davor, tendenzielle leichte Über- oder Unterbelichtungen durch eine manuelle Plus- oder Minuskorrektur zu kompensieren. Ebenso kann bei extrem dunklen Objekten (z.B. ein Stück Holzkohle als Untergrund) durchaus eine bewußte Pluskorrektur oder bei extrem hellen Objekten (z.B. dünne Veneer´s) eine bewußte Minuskorrektur hilfreich sein. Hier hilft nur die Routine weiter. Verlassen Sie sich also nicht blind auf Ihr Belichtungsmeßsystem, sondern analysieren Sie Mißerfolge mit akribischer Genauigkeit. Eine sorgfältige Dokumentation der Aufnahmeparameter ist hier äußerst hilfreich.
Schluß
Die Belichtungsmessung mit der Graukarte ist nicht besonders verbeitet. Die Arbeit mit ihr ermöglicht aber absolut professionelles Arbeiten und das Ergebnis ist einwandfrei. Das Handling mag vielleicht auf den ersten Blick etwas kompliziert und/oder zeitaufwendig erscheinen. Wenn man sich den Ablauf aber verinnerlicht hat, läuft der ganze Vorgang im Unterbewußtsein ab. Die Ergebnisse jedenfall können sich sehen lassen. Ich wünsche Ihnen auf alle Fälle viel Spaß und gute Erfolge.
Allgemeines:
Ein Film benötigt, um
exakt belichtet zu werden, eine bestimmte Menge Licht. Dies kann an der
Kamera mit zwei Parametern geregelt werden.
Blende: Die Öffnung
der Blende regelt die durchgelassene Lichtmenge, d.h. je größer
die Blende (kleine Blendenzahl), desto mehr Licht wird durchgelassen.
Belichtungszeit: Die Belichtungszeit
regelt hier den Zeitraum in dem das Licht durchgelassen und das Filmmaterial
belichtet wird.
Als dritten Parameter ist
noch die Lichtmenge zu nennen die vorherrscht. Sie ist entweder durch das
natürliche Umgebungslicht vorgegeben oder wird durch Leuchten oder
Blitzlampen zur Verfügung gestellt. Im Falle der Blitzanlage kann
hierbei die Lichtmenge die abgegeben werden soll, an einem Schiebe- oder
Drehregler exakt eingestellt werden, damit an der Kamera mit fest eingestellter
Belichtungszeit (Blitzsynchronzeit), sowie fest vorgewählter Blende
(Schärfentiefe) gearbeitet werden kann.
Um reproduzierbare Ergebnisse
zu erhalten, sind somit alle Belichtungsmesser (egal ob in der Kamera fest
eingebaut oder als externer Belichtungsmesser ausgeführt) kalibriert,
d.h. sie zeigen bei einer bestimmten Lichtmenge an, daß dieses (gemessene)
Licht eine optimale Belichtung gewährleistet. Ein Belichtungsmesser
wird auf die mittlere Helligkeit eines durchschnittlichen Objektes „geeicht“.
Dieses genormte Objekt besitzt ein durchschnittliches Remissionsvermögen
von 18%, d.h. 18% des Umgebungslichtes werden von diesem Objekt durch Remission
wieder abgestrahlt. Hierfür gibt es sogenannte Graukarten (mittleres
Grau), die zu Meßzwecken genau diese Eigenschaft erfüllen.
Um die Problematik zu erläutern
möchte ich auf ein kleines Gedankenexperiment zurückgreifen.
Sie gehen an einem sonnigen Wintertag spazieren. Sie sehen eine schwarze
Katze die sich zum Wärmen auf eine schwarze Decke gelegt hat. Daneben
steht ein Schneemann im Schnee. Diese beiden Motive wollen Sie fotografieren.
Das schwarze Motiv reflektiert deutlich weniger Licht als das weiße
Objekt. Der Belichtungsmesser mißt auch exakt das zurückgestrahlte
Licht. Jetzt kommt das eigentliche Problem. Der Belichtungsmesser weiß
nicht welches die Katze und welches der Schneemann ist. Dies führt
unweigerlich zu einer Fehlbelichtung.
Bezugnehmend zur Dentalfotografie ist hier die Problematik der formatfüllenden Fotografie von "weißen" Zähnen oder das Fotografieren von zahntechnischen Arbeiten auf schwarzen Unterlagen zu nennen. Bei diesen schwierigen Belichtungsmessungen ist selbst die TTL-Blitzmessung oft überfordert.
Ein ähnliches Problem tritt ebenfalls auf, wenn z.B. eine Person im Gegenlicht fotografiert wird. Hier wird der Belichtungsmesser ebenfalls getäuscht und die Person wird unterbelichtet.
Um diese Probleme zu umgehen gibt es für externe Belichtungsmesser zwei Meßmethoden. Dies ist die Objektmessung sowie die Lichtmessung.
Merke: Jede Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser führt eine Objektmessung durch.
Merke: Die Lichtmessung kann nur mit einem externen Belichtungsmesser durchgeführt werden. Bei schwierigen Belichtungsmessungen ist die Lichtmessung das Mittel der Wahl.
Objektmessung:
Hier wird das vom Objekt
remittierte Licht vom Kamerastandpunkt aus gemessen. Dies erfordert entweder
eine ausgewogene Motivhelligkeit oder das Messen des Umgebungslichtes indirekt
mit einer Graukarte.
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Abb.1) (Objektmessung) |
Lichtmessung:
Dies ist eine für schwierige
Lichtverhältnissen und Objekten mit hohem Kontrast bevorzugte
Meßmethode. Vor die Meßzelle des Belichtungsmessers
wird eine transluzente Kunststoffkalotte angebracht. Diese läßt
ca. 18% des Umgebungslichtes durch und gewährleistet somit eine exakte
Belichtung des Aufnahmeobjektes, unabhängig von der Eigenhelligkeit
des Motivs.
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Abb.2) (Lichtmessung) |
Abbildung 3 zeigt einen solchen
professionellen Belichtungsmesser (Variosix F2 / Gossen), mit welchem sowohl
Dauerlicht wie auch Blitzlicht gemessen werden kann. Des weiteren kann
entweder eine Lichtmessung oder eine Objektmessung durchgeführt werden.
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Abb.3 (Belichtungsmesser; Produktfoto: Gossen) |