Formeln
Wenn in einem Fotokurs das Wort (mathematische) Formel fällt, geht meist ein Stöhnen durch den Raum. Gottseidank erspart uns aber die moderne Fotografie jegliches Rechnen. Dennoch möchte ich 2 Formeln vorstellen, die meiner Meinung nach die professionelle Makrofotografie deutlich erleichtern. Mit der Formel des Abbildungsmaßstabes kann dieser einfach anhand des eingestellten Objektivauszuges und der Brennweite des verwendeten Objektivs errechnet werden. Mit Hilfe des Abbildungsmaßstabes kann jetzt der Verlängerungsfaktor errechnet werden. Dieser Wert wird im Handbelichtungsmesser einprogrammiert. Somit können mit Hilfe der Lichtmessung exakte Belichtungen erzielt werden.
Abbildungsmaßstab:
Der
Abbildungsmaßstab
ist gleich Objektivauszug [mm] geteilt durch
Brennweite des
Objektivs [mm].
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Verlängerungsfaktor:
Der Verlängerungsfaktor
ist gleich (Abbildungsmaßstab
plus 1) zum Quadrat.
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Nachfolgend sind die wichtigsten Begriffe mit einer leicht verständlichen Erklärung aufgeführt, welche man im Zusammenhang mit der Dentalfotografie kennen sollte.
Wichtige Fachbegriffe:
Abbildungsmaßstab:
Der
Abbildungsmaßstab ist das Verhältnis der Bildgröße
des fotografierten Objekts auf dem Film zur Originalgröße dieses
fotografierten Objekts. Ist der Abbildungsmaßstab kleiner als 1,
wird das Objekt verkleinert abgebildet. Ist der Abbildungsmaßstab
größer als 1 wird das Objekt vergrößert abgebildet.
Auszug-
oder Objektivauszug:
Merke:
Wenn ein Objektiv auf unendlich scharfgestellt wird, ist der Auszug 0.
Beim Scharfstellen im Nahbereich wird das Objektiv durch Drehen am Scharfeinstellring
„herausgedreht“. Sobald der Auszug gleich groß wie die Brennweite
des Objektivs ist, erhält man einen Abbildungsmaßstab von 1.
Bei weiterem Ausziehen vergrößert sich auch der Abbildungsmaßstab.
Der Objektivauszug läßt sich mit Hilfe einer Schieblehre an
jedem Objektiv messen. Der Referenzpunkt (Nullpunkt) ist immer das
auf unendlich scharfgestellte Objektiv.
Belichtungszeit:
Belichtungszeit
ist der Zeitraum, in welchem der Kameraverschluß offen ist und der
Film belichtet wird. Falls man ohne Stativ fotografiert, ist die Verwacklungsgefahr
umso größer, je länger die Belichtungszeit ist. Als Faustregel
gilt: Um Verwacklungen auszuschließen, sollte die Belichtungszeit
(in Sekunden) nicht länger sein als der Kehrwert der Objektivbrennweite.
Beispiel: Die Brennweite beträgt 50 mm. Daraus folgt, daß die
Belichtungszeit nicht länger als 1/50 sec sein sollte (gewählt:
1/60 sec).
Blende:
Die
Blende regelt die einfallende Lichtmenge im Objektiv. Merke:
Je größer die Blende (kleine Blendenzahl), desto kleiner die
Schärfentiefe. Je kleiner die Blende (große Blendenzahl), desto
größer die Schärfentiefe.
Blitzsynchronzeit:
Wird
ohne Automatikblitz oder mit einer Blitzanlage geblitzt, muß an der
Kamera bei der Belichtungszeit die Blitzsynchronzeit („Blitz-Symbol“) eingestellt
werden.
Brennweite:
Merke:
Je größer die Brennweite eines Objektivs, desto weiter kann
man (bei gleichem Abbildungsmaßstab) vom Objekt entfernt sein. Deshalb
wird bei Oralaufnahmen ein 100 mm Makroobjektiv empfohlen, damit der Fotograf
nicht zu dicht an den Patienten muß.
Dioptrie:
Die
Dioptrie gibt die Brechkraft von Linsen (z.B. Nahlinsen) an. Bei der Nahlinse
gilt: Je höher die Dioptrie, desto näher kann man an das Objekt,
und desto größer ist der Abbildungsmaßstab.
Farbtemperatur:
Tageslicht
Farbfilme sind auf eine Farbtemperatur von ca. 5500 K abgestimmt. Um farbstichfreie
Fotos zu erhalten, muß darauf geachtet werden, daß die Lichtquelle
(falls nötig) mit Hilfe von Filtern an den Farbfilm angepaßt
wird.
Filmempfindlichkeit:
Die
Filmempfindlichkeit gibt an, wie lichtempfindlich ein Film ist. Wichtig
zu wissen ist, daß ein niedrigempfindlicher Film feinkörnig
(d.h. hohe Auflösung) ist. Ein hochempfindlicher Film ist grobkörnig
(niedere Auflösung). Für die Dentalfotografie wird im allgemeinen
eine mittlere Empfindlichkeit von 21 DIN (100 ASA) empfohlen.
Filterfaktor:
Der
Filterfaktor (=Verlängerungsfaktor) gibt an, wieviel Licht von dem
entsprechenden Filter geschluckt wird. Das heißt, daß um diesen
Faktor länger belichtet werden muß als ohne vorgeschalteten
Filter. Wenn eine TTL-Messung erfolgt, muß dieser Faktor bei
der Belichtungsmessung nicht berücksichtigt werden.
Graukarte:
Die
Graukarte ist ein grauer Fotokarton (oder Kunststoffplatte) mit einem Remissionsvermögen
von 18%. Sie wird als Hilfsmittel für die Belichtungsmessung (Objektmessung)
benötigt.
Kamera-
oder Balgenauszug:
Der
Kameraauszug ist der "tatsächliche Balgenauszug" zwischen Objektiv-
und Filmebene. Merke: Wenn ein Objektiv auf unendlich scharfgestellt
wird, ist der Kameraauszug gleich groß wie die Brennweite des verwendeten
Objektivs.
Lichtmessung:
Bei
der Belichtungsmessung von sehr hellen oder sehr dunklen Objekten wird
eine Lichtmessung durchgeführt. Dabei wird vor den Belichtungsmesser
eine transluzente Kunststoffkalotte gebracht, welche 18% des einfallenden
Lichtes durchläßt. Merke: Die Lichtmessung läßt
sich nur mit einem externen Belichtungsmesser durchführen.
Lichtstärke:
Die
Lichtstärke gibt bei einem Objektiv an, wieviel Licht bei voller Öffnung
der Blende hindurchgelassen wird. Je größer der Linsendurchmesser,
umso höher ist die Lichtstärke.
Leitzahl:
Bei
Blitzgeräten gibt die Leitzahl die Leistung des Blitzgerätes
an. Die maximale Blitzentfernung (in m) kann man einfach dadurch ermitteln,
wenn man die Leitzahl des Blitzgerätes durch die eingestellte Blende
am Objektiv teilt.
Beispiel:
Die Leitzahl des Blitzgerätes beträgt 32. Am Objektiv ist eine
Blende von 8 eingestellt. Ergebnis: Die maximale Blitzentfernung beträgt
32 / 8 = 4 Meter.
Objektmessung:
Bei
der Objektmessung wird das vom Objekt remittierte Licht gemessen. Dies
erfordert entweder eine ausgewogene Motivhelligkeit oder die Verwendung
einer Graukarte. Merke: Jede Kamera, welche einen eingebauten
Belichtungsmesser besitzt, führt eine Objektmessung durch.
Schärfentiefe:
Schärfentiefe
wird der Entfernungsraum genannt, in welchem sich das Aufnahmeobjekt bewegen
kann, um auf dem Film scharf abgebildet zu werden. Merke:
Die Schärfentiefe ist einzig und allein abhängig von der eingestellten
Blende sowie dem gewählten Abbildungsmaßstab. Einen Einfluß
hat noch der erlaubte Zerstreuungskreisdurchmesser. Dieser ist aber eine
festgelegte Konstante. Kleiner Abbildungsmaßstab und kleine Blende
(große Blendenzahl) ergibt eine hohe Schärfentiefe. Großer
Abbildungsmaßstab und große Blende (kleine Blendenzahl) ergibt
eine geringe Schärfentiefe.
TTL-Messung:
Bei
der TTL-Messung wird die Belichtungsmessung durch das Objektiv (through
the lense) hindurch ausgeführt. Dadurch werden belichtungsverlängernde
Faktoren (z.B. Farbfilter, Zwischenringe, etc.) automatisch mitberücksichtigt.