Mundfotografie mit Mundspiegel
Einleitung:
Im letzten Bericht befaßten wir uns mit der Mundfotografie ohne Mundspiegel. Heute wird die Arbeit mit dem Mundspiegel erläutert, die eine weitere Herausforderung an den Dentalfotografen stellt. Die Mundfotografie mit Mundspiegel erfordert in aller Regel die Mithilfe einer Assistenz, da der Fotograf bei bestimmten Perspektiven nicht gleichzeitig die Kamera halten, scharfstellen den Spiegel ausrichten und auch noch zusätzlich die Lippen und Wangen abhalten kann. Das Fotografen-Assistenz Team muß dabei gut eingespielt sein, um reproduzierbare Ergebnisse ohne großen Zeitaufwand realisieren zu können. D.h. die Assistenz muß ohne große Regieanweisung genau wissen, wie Sie die Mundspanner bzw. den Spiegel halten muß, damit der Fotograf sich um den Patienten kümmern kann. Diese Fotografie erfordert sehr viel Übung, da der Fotograf hier mit den schwierigsten Bedingungen kämpft. Ein excellentes Ergebnis kann hier nicht erzwungen werden. Besonders bei Patienten mit kleiner Mundöffnung und/oder ausgeprägtem Würgereiz kann selbst der professionelle Mundfotograf nicht immer das optimalste Ergebnis erzielen. Dies ist jedoch schon Ansporn genug, aus den vorgefundenen Bedingungen das Maximale herauszuholen.
Vorbemerkung:
Bei Mundaufnahmen mit Mundspiegeln
besteht immer das Problem eines beschlagenen Spiegels durch den Atem des
Patienten. Deshalb sollte der Spiegel vor Gebrauch leicht vorgewärmt
werden.
In manchen Fällen ist
es nützlich, daß man den Patienten bittet, durch die Nase zu
atmen. Wichtig: In diesem Falle
muß dem Patient unbedingt gesagt werden, weshalb er dies tun soll.
Er wäre nicht der Erste, welcher sich auf einen vermeintlichen Mundgeruch
hin angesprochen, beleidigt gefühlt hätte. Also in diesem Fall
dem Patienten erklären, daß er bitte durch die Nase atmen soll,
damit der Mundspiegel nicht beschlägt.
Mundspiegel:
Es gibt grundsätzlich 2 Arten von Mundspiegeln
Glasspiegel: (z.B. : Filtrop, Liechtenstein)
Vorteil: Höchste optische Qualität, Unempfindlicher gegen Zerkratzen
Nachteil: Hoher Preis
Metallspiegel: (z.B. Yashica / Contax)
Vorteil: Günstiger Preis, Keine Bruchgefahr
Nachteil: Empfindlicher gegen Zerkratzen
Die nachfolgenden Aufnahmen
wurden alle mit Metallspiegeln von Contax / Yashica gemacht. Diese Spiegel
zeichnen sich durch einen günstigen Preis sowie der Reduzierung auf
nur 2 (Doppel) - Spiegel aus. Die Taillierung im Mittelbereich sowie der
A-Linie ermöglichen einen angenehmen Tragekomfort für den Patienten.
Allerdings ist dadurch die Gefahr des Mitfotografierens der Spiegelränder
(wie bei allen taillierten Spiegeln) größer.
| Abb. 1) Hier erkennt man den metallenen Mundspiegel von Contax / Yashica, wie er für Okklusalaufnahmen eingesetzt wird. | Abb. 2) Der dazugehörende Seitenzahnspiegel eignet sich für die Seitenzähne sowohl aus bukkaler als auch oraler Sicht. |
Oberkiefer Front
Aufgabenstellung:
Fotografieren Sie die zur
Dokumentation der Zahnstellung die Oberkiefer Front von palatinal.
Schwierigkeit:
Einhalten der Symmetrie,
die Nase darf nicht mitfotografiert werden.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 1
Hilfsmittel:
Okklusalspiegel, Mundspanner
oder Zahnarztspiegelchen
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Der Patient muß jetzt den Mund weit öffnen.
Die Lippen und Wangen werden durch die Assistenz mit Mundspannern oder
Mundspiegelchen abgehalten. Anschließend wird der Okklusalspiegel
eingeführt. Orientieren Sie sich zur Positionierung von Spiegel und
Kamera an Abb.9). Der Unterschied zur Aufnahme des gesamten Oberkiefers
besteht nur darin, daß der Spiegel nicht so weit in den Mund eingeführt
wird. Fotografiert wird indirekt über den Spiegel. Anschließend
wird durch Abstandsänderung zum Spiegel die Schärfe eingestellt.
Ist die Nase im Sucher noch sichtbar wird der Spiegel einfach weiter abgekippt.
Kontrollieren Sie die Symmetrie und fotografieren Sie. Wie bei allen folgenden
Aufnahmen gilt hier: Übung macht den Meister.
Parameter:
Blende 22
| Abb. 3) Wird der Spiegel mit einem zu spitzen Winkel angestellt, zerstört die Nase durch ihre Dominanz einen harmonischen Bildaufbau. | Abb. 4) Durch stärkeres Abkippen des Spiegels ist die Nase nicht mehr zu erkennen. Das Ergebnis dieser Aufnahme wirkt ausgeglichener. |
Unterkiefer Front
Aufgabenstellung:
Fotografieren Sie die Unterkiefer
Front von lingual.
Schwierigkeit:
Einhalten der Symmetrie,
Zunge darf die Zähne nicht verdecken.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 1
Hilfsmittel:
Okklusalspiegel, Mundspanner
oder Zahnarztspiegelchen
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Der Patient muß jetzt den Mund weit öffnen.
Die Lippen und Wangen werden durch die Assistenz mit Mundspannern oder
Mundspiegelchen abgehalten. Anschließend wird der Okklusalspiegel
eingeführt. Orientieren Sie sich zur Positionierung von Spiegel und
Kamera an Abb.12). Der Unterschied zur Aufnahme des gesamten Unterkiefers
besteht nur darin, daß der Spiegel nicht so weit in den Mund eingeführt
wird. Fotografiert wird indirekt über den Spiegel. Anschließend
wird durch Abstandsänderung zum Spiegel die Schärfe eingestellt.
Verdeckt die Zunge die Lingualflächen der Zähne, bitten Sie den
Patienten, die Zunge nach hinten zu ziehen. Kontrollieren Sie die Symmetrie
und fotografieren Sie.
Parameter:
| Abb. 5) Die Zunge verdeckt hier den Zahnfleischsaum. Wichtige Bildinformationen gehen verloren. | Abb. 6) Eine zurückgezogene Zunge gibt den Blick auf das gesamte fotografierte Gebiet frei. |
Oberkiefer Zahnbogen von Okklusal
Aufgabenstellung
Fotografieren Sie zur Kontrolle
der Gußfüllungen den oberen Zahnbogen des Patienten von okklusal.
Schwierigkeit:
Einhaltung der Symmetrie,
bedingt durch die erforderliche maximale Mundöffnung des Patienten
das vollständige Abhalten der Lippen und Wangen, Einhalten des Spiegelabstands
im dorsalen Bereich.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 2
Hilfsmittel:
großer Mundspiegel;
Mundspanner oder Zahnarztspiegelchen.
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Der Patient muß jetzt den Mund maximal öffnen.
Die Lippen und Wangen werden durch die Assistenz mit Mundspannern oder
Mundspiegelchen abgehalten. Orientieren Sie sich zur Positionierung von
Spiegel und Kamera an Abb.9). Anschließend wird der Mundspiegel in
den Mund eingeführt und etwa im 45° Winkel zur Okklusalebene angelegt.
Fotografiert wird indirekt über den Spiegel. Fokussiert wird auf die
Kauflächen. Anschließend wird durch Abstandsänderung zum
Spiegel die Schärfe eingestellt. Kontrollieren Sie die Symmetrie und
fotografieren Sie.
Parameter:
Blende 22
| Abb. 7) Wird der Mundspiegel an den hinteren Molaren angelegt, erscheinen die hinteren Seitenzähne auf dem Foto doppelt. | Abb. 8) Auf diesem Bild erkennt man die durch die Taillierung des Spiegels sichtbaren Spiegelränder. |
| Abb. 9) Das Schaubild verdeutlicht die Entstehung der OK Okklusalaufnahme. |
Unterkiefer Zahnbogen von Okklusal
Aufgabenstellung:
Fotografieren Sie den unteren
Zahnbogen des Patienten von okklusal.
Schwierigkeit:
Einhaltung der Symmetrie,
bedingt durch die erforderliche maximale Mundöffnung das vollständige
Abhalten der Lippen und Wangen, Einhalten des Spiegelabstands im dorsalen
Bereich.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 1,9
Hilfsmittel:
Okklusalspiegel; Mundspanner
oder Zahnarztspiegelchen
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Der Patient muß jetzt den Mund maximal öffnen.
Die Lippen und Wangen werden durch die Assistenz mit Mundspannern oder
Mundspiegelchen abgehalten. Orientieren Sie sich zur Positionierung von
Spiegel und Kamera an Abb.12). Anschließend wird der Mundspiegel
in den Mund eingeführt und etwa im 45° Winkel zur Okklusalebene
angelegt. Fotografiert wird indirekt über den Spiegel. Fokussiert
wird auf die Kauflächen. Anschließend wird durch Abstandsänderung
zum Spiegel die Schärfe eingestellt. Kontrollieren Sie die Symmetrie
und fotografieren Sie.
Parameter:
Blende 22
| Abb. 10) Auch in diesem Beispiel verdeckt die Zunge einen kleinen Teil der Seitenzähne. | Abb. 11) Durch die zurückgezogene Zunge wird der fotografierte Bereich nicht verdeckt. |
| Abb. 12) Auch in dieser Abbildung wird die Entstehung der UK Okklusalaufnahme sowie der wichtige Spiegelabstand verdeutlicht. |
Lateralansicht im Schlußbiß
Aufgabenstellung:
Fotografieren Sie die Seitenzähne
des Patienten im Schlußbiß von lateral.
Schwierigkeit:
Einhalten der Symmetrie,
ausreichendes Abhalten der Lippen und Wangen, vollständige Ausleuchtung
speziell im Molarenbereich.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 1,8
Hilfsmittel:
Seitenzahnspiegel, Mundspanner
oder Zahnarztspiegelchen
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Schwenken Sie den mundabgewandten Blitzkopf zur besseren
Ausleuchtung des Molarenbereiches etwas stärker ein. Die Lippen und
Wangen werden durch die Assistenz mit Mundspannern oder Zahnarztspiegelchen
abgehalten. Orientieren Sie sich zur Positionierung von Spiegel und Kamera
an Abb.16). Anschließend wird der Mundspiegel in den Mund eingeführt.
Der Winkel zu den Bukkalflächen der Seitenzähne wird meist durch
die Wangen begrenzt. Fotografiert wird indirekt über den Spiegel.
Anschließend wird durch Abstandsänderung zum Spiegel die Schärfe
eingestellt. Kontrollieren Sie die Symmetrie und fotografieren Sie.
Parameter:
Blende 22
| Abb. 13) Bei Seitenzahnaufnahmen darf nicht mit zu kleinem Abbildungsmaßstab gearbeitet werden. Sonst werden Lippen, Bart und die „doppelten“ Zähne mit abgebildet. | Abb. 14) Das Ergebnis der Fotografie wie in Abb. 15) gezeigt. Durch stärkeres Einschwenken des mundabgewandten Blitzkopfes wäre die Ausleuchtung im Molarenbereich verbessert worden. |
| Abb. 15.) Das Übersichtsfoto zeigt die Lage des Mundspiegels und des Wangenhalters bei Seitenzahnaufnahmen. | Abb. 16) Die Anordnung der Kamera und des Seitenzahnspiegels wird hier nochmals veranschaulicht. |
Seitenzahnquadrant von schräg oben
Aufgabenstellung:
Fotografieren Sie die Seitenzähne
des Patienten in Schlußbißstellung von lateral.
Schwierigkeit:
Einhalten der Symmetrie,
ausreichendes Abhalten der Lippen und Wangen.
Abbildungsmaßstab:
ca. 1 : 1,1
Hilfsmittel:
Seitenzahnspiegel und Mundspanner
oder Zahnarztspiegelchen.
Vorgehensweise:
Stellen Sie den Abbildungsmaßstab
an der Kamera ein. Die Lippen und Wangen werden durch die Assistenz mit
Mundspannern oder Mundspiegelchen abgehalten. Orientieren Sie sich zur
Positionierung des Mundspiegels an Abb.19). Anschließend wird der
Mundspiegel in den Mund eingeführt. Fotografiert wird indirekt über
den Spiegel. Fokussiert wird auf die Kauflächen. Anschließend
wird durch Abstandsänderung zum Spiegel die Schärfe eingestellt.
Kontrollieren Sie die Symmetrie und fotografieren Sie.
Parameter:
Blende 22
| Abb. 17) Durch den kondensierten Atem auf dem kalten Spiegel erhält man hier einen unerwünschten Weichzeichnereffekt nach „David Hamilton“. | Abb. 18) Ein mundwarmer Spiegel ermöglicht ein deutlich schärferes Bild. |
| Abb. 19) Auf diesem Übersichtsfoto erkennt man ohne komplizierte Erklärungen den Einsatz des Mundspiegels und des Wangenhalters zum Gelingen der Aufnahme in Abb. 18). |
Die wichtigsten Eckdaten
der vorgestellten Aufnahmen sind in Tabelle 1 übersichtlich dargestellt.
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Objektiv |
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Licht |
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Wangenhalter |
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Wangenhalter |
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Wangenhalter |
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Wangenhalter |
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Wangenhalter |
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Wangenhalter |